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mz-web.de: Norweger gegen «Narvik»

Stadt protestiert im Kanzleramt gegen Magdeburger Szeneladen
erstellt 26.10.07, 17:40h, aktualisiert 26.10.07, 20:08h
Magdeburg/MZ/hk. Der wegen des Verkaufs von Bekleidung der bei Rechtsextremen beliebten Marke "Thor Steinar" in die Schlagzeilen geratene Laden "Narvik" im Magdeburger Hundertwasserhaus hat jetzt zu Protesten aus Norwegen geführt. Der Bürgermeister der nordnorwegischen Stadt Narvik, Olav S. Alstad, hat in einem Schreiben an die deutsche Botschaft gegen den Missbrauch des Namens seiner Stadt protestiert.

Das der MZ vorliegende Schreiben wurde vom Auswärtigen Amt sowohl an das Bundeskanzleramt und an das Innenministerium in Sachsen-Anhalt weitergeleitet. "Wir möchten nicht, dass das Andenken an die vielen tausend in Narvik Gefallenen durch eine Ideologie beschädigt wird, von der wir uns mit Nachdruck distanzieren", schreibt Alstad und erinnert an die "heftigsten Kriegshandlungen" die sich im Zweiten Weltkrieg in der Stadt ereigneten.

Sachsen-Anhalts Innenstaatssekretär Rüdiger Erben (SPD) erklärte, das Innenministerium lasse derzeit klären, ob man der norwegischen Stadt eine Zivilklage gegen den Missbrauch ihres Namens empfehlen solle. "Ich tendiere dazu, aber das muss geprüft werden", so Erben. Dass der Skandal um das Geschäft im Hundertwasserhaus selbst in Norwegen wahrgenommen werde, zeige, "welch' schlechtes Licht dies auf Magdeburg und Sachsen-Anhalt wirft, aber auch, wie misslich die Lage für die Stadt Narvik ist".

Unterdessen geht die juristische Auseinandersetzung um das Geschäft weiter. Das Siedlungswerk Magdeburg, eine Tochter des katholischen Bistums, versucht über eine Räumungsklage den Inhaber des Geschäfts zum Auszug zu bewegen. Dieser pocht auf Einhaltung seines dreijährigen Mietvertrages. Die Chancen, dass der Inhaber vor Gericht Recht bekommt, sind nach einer Pressemitteilung des Landgerichts gewachsen. Die zuständige Zivilkammer hatte zu Beginn des Prozesses daraufhin gewiesen, dass das neue Logo der Marke Thor Steinar nicht verfassungswidrig sei.
Quelle

28.10.07 21:16

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