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mz-web.de: Zwei Punkerinnen auf der Straße zusammengeschlagen

Prozess gegen drei junge Männer und eine Jugendliche nach rechtem Angriff

von Frank Ruprecht, 18.09.07, 19:37h, aktualisiert 18.09.07, 20:38h


Quedlinburg/MZ. Am Dienstag war Prozessauftakt vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes Quedlinburg gegen drei junge Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren und eine 17-jährige Jugendliche. Marcel B., Peter L. Daniel S. und Sabrina Michaela S. werden vom Staatsanwalt Frank Schmigelski gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen, weil sie am 1. Dezember 2006 gemeinsam zwei damals 15- und 18-jährige junge Frauen angegriffen und verletzt haben. Die drei männlichen Angeklagten sind der Polizei schon hinreichend bekannt. Besonders Daniel S. (25), der in der Vergangenheit zu Geldstrafen verurteilt wurde, weil er mehrfach Körperverletzung begangen hatte und Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendete. Insgesamt hatte das Gericht zwölf Zeugen zur Anhörung geladen, darunter auch damals an der Festnahme beteiligte Polizeibeamte. Allerdings war aufgrund der Gesetzeslage die Verhandlung nichtöffentlich.

Am besagten Tag wurden gegen 21 Uhr Julia V. und Isabell W., die der Punkerszene zugeordnet werden, am Quedlinburger Marktplatz von drei Personen aus der rechten Szene angepöbelt, worauf sie nicht reagierten, weil in der Nähe sich eine Gruppe von Neonazis versammelt hatte. Doch mehrere aus dieser Gruppe bemerkten die beiden Mädchen, griffen sie an, traten und schlugen Isabell W., zogen sie an den Haaren und würgten sie. Julia V. griff aber beherzt ein. Als die Mädchen flüchten wollten, wurde Julia V. attackiert, an die Wand gedrückt und mit den Worten "jetzt bist du dran" bedroht. Dann folgten Tritte in die Rippen und Faustschläge ins Gesicht. Alarmierte Polizeibeamte konnten wenig später die flüchtenden Angreifer festnehmen. Bei einer Täter-Opfer-Gegenüberstellung stellten die Beamten an der Kleidung von drei Tätern das verbotene "Thor-Steinar-Symbol", eine "Odalruhnen"-Tätowierung und ein Hakenkreuz auf einem Rucksack fest.

Nach der Verhandlungseröffnung am Dienstag mit Anklageverlesung der Staatsanwaltschaft und Zeugenaussagen, wobei die beiden Opfer als Nebenkläger auftreten, wurde der nächste Verhandlungstermin auf den 27. September festgesetzt.
Quelle

19.9.07 23:41

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