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mz-web.de: Schießübungen im Wasag-Gelände?

Keine Bestätigung für aktuelle Vorfälle

erstellt 19.09.07, 20:00h, aktualisiert 19.09.07, 21:07h


Reinsdorf/MZ/ka/mac. Schießübungen im Wald zwischen Wittenberg und Reinsdorf? Ein Artikel im Berliner "Tagesspiegel" hat für gehörigen Wirbel gesorgt - und nicht zuletzt für einen Bericht in den "Tagesthemen" der ARD. Neonazis, so der Verdacht, treiben auf dem einstigen Gelände der Westfälischen Anhaltischen Sprengstoff Aktiengesellschaft (Wasag) ihr Unwesen. Ein Spaziergänger soll Beamte der Polizeidirektion im April mit brisanten Informationen versorgt haben. Dem sei nicht nachgegangen worden, lautet der Vorwurf. Basierend auf dem Artikel haben mehrere Dessauer Akteure - die Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten, das Multikulturelle Zentrum sowie die Projekte "gegenPart" und "Interkulturelle und Interreligiöse Werkstatt" - Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt erstattet.

Vom stellvertretenden Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau, Frank Pieper, ist nur zu erfahren, dass tatsächlich eine Strafanzeige vorliege und ermittelt werde. Da es sich dabei um Recherchen gegen Beamte der Polizeidirektion Dessau-Roßlau handelt, hält sich auch deren Sprecher Ralf Moritz bedeckt und verweist auf die Staatsanwaltschaft. Unterdessen sind der MZ Informationen bekannt geworden, die die Angelegenheit in einem nicht so Aufsehen erregenden Licht erscheinen lassen. Danach seien Polizeibeamte im Vorfeld um den Hitler-Geburtstag (20. April) in dem Wasag-Gelände unterwegs gewesen, um zu schauen, ob sich dort möglicherweise Rechte zusammenfinden. Dabei seien sie auf den bewussten Spaziergänger gestoßen. Der habe allerdings nicht von aktuellen Schießübungen erzählt, sondern von denen, die tatsächlich Anfang der 90er Jahre dort stattgefunden hätten. Damals sei auch ermittelt worden. Dennoch seien die Beamten zu den genannten Stellen gefahren, hätten dort jedoch keine Hinweise auf jüngste Vorgänge gefunden. Was bedeutet, dass für ein Ermittlungsverfahren keine Ausgangslage bestanden habe. Auch die Schmierereien - SS-Runen und Hakenkreuze - würden aus den frühen 90ern stammen.

Das deckt sich mit Aussagen von Insidern und Reinsdorfs Ortsbürgermeister Reinhard Rauschning (SPD). Ihnen sei nichts Derartiges zu Ohren gekommen, hieß es gegenüber der MZ. Rauschning, sehr erstaunt ob dieser Nachrichten: "Ich kenne die Jäger gut, die dort ihr Revier haben. Die haben nichts berichtet von Wehrsportübungen der Neonazis." Schüsse im Wasag-Gelände müssten überdies zu hören sein, so weit sind die nächsten Häuser nicht weg. Was er indes bestätigt - Anfang und Mitte der 90er Jahre sollen Rechte dort ihr Unwesen getrieben haben.
Quelle

19.9.07 23:37

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