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mz-web.de: Mit Musik und Sport gegen Rechts

No Silent Backlands Festival: Konzerte locken hunderte Besucher - Diskussionsrunde als Auftakt
von Claudia Petasch, 29.07.07, 18:14h, aktualisiert 29.07.07, 19:02h
Weißenfels/MZ. "Rechte Gewalt richtet sich immer gegen Menschen", sagt Anke Roloff vom Hallenser Verein Miteinander. Fast täglich gebe es Übergriffe mit rechtsradikalem Hintegrund, weiß die junge Frau. Am Donnerstagabend referierte sie zum Auftakt des No Silent Backlands Festivals gegen rechte Gewalt im Schlosscafé über das Thema Rechtsextremismus. Organisiert hatte die Gesprächsrunde das "Bündnis gegen Rechts", das sich auf diese Weise in das Festival, das von der Jugendinitiative Weißenfels veranstaltet wird, einbringt.

Wie werden vor allem junge Menschen in die Szene gelockt, welche Kleidung trägt man, mit welchen Events wird versucht, neues Klientel zu gewinnen und was kann man dagegen tun? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich die Referentin und die Diskussionsteilnehmer.

Eine besonders große Rolle sprach Roloff der Musik zu. "Sie ist wichtig für junge Menschen, sie bildet einen Lebens- und Kleidungsstil heraus", so die Hallenserin. Daher versuchen rechte Gruppierungen, junge Leute über diesen Weg anzusprechen und für sich zu gewinnen. Etwa zehn Bands gebe es in Sachsen-Anhalt, die Rechtsrock spielten. Konzerte seien eine gute Möglichkeit, um Merchandising-Artikel und Kleidung zu verkaufen sowie auf die nächsten Veranstaltungen aufmerksam zu machen.

Doch nicht nur Jugendliche werden gezielt umworben. Schon bei Kleinkindern fange man an, sagte Roloff und löste bei den Diskussionsteilnehmern Erstaunen aus. Kleidung wie Lätzchen würden angeboten, Kinderfeste und Ferienlager organisiert und Eltern forderten, dass in den Kindergärten deutsche Volkslieder gelehrt werden sollten, zählte die Referentin Beispiele auf. "Man muss ein Klima schaffen, in dem sich die rechten Gewalttäter nicht mehr wohl fühlen", benannte Anke Roloff einen Lösungsweg. Aufklärung und Auseinandersetzen mit den Missständen, wie es beim Festival an zahlreichen Info-Ständen passierte, sei ein Anfang.

Die Organisatoren des No Silent Backlands Festivals wollten mit den Veranstaltungen auf die rechte Problematik aufmerksam machen, die Menschen wachrütteln. "Wir bieten für jeden Geschmack etwas. Ob Sport, Diskussion oder Musik", brachte es Johannes Fekl von der Jugendinitiative auf den Punkt. Mit den unterschiedlichen Angeboten soll bewusst eine breite Masse mit den verschiedensten Interessen angesprochen werden. Am Freitagabend feierten 180 Leute auf dem Schlosshof mit Flowin Immo und Les Freaqz und erlebten eine Freakshow, eine Mischung aus Konzert und Unterhaltung. Sonnabend kämpften zehn Jugend-Teams auf dem Marktplatz um den Sieg im Streetsoccer-Turnier und am Abend rockten 500 Musikfans zu den harten Klängen von fünf Bands auf dem Schlosshof ab.
Quelle

30.7.07 12:07

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