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mz-web.de: Schock über Steinar-Shop

Rechte Szenemarke wird im Hundertwasserhaus verkauft - Unverständnis bei Händlern
von Hendrik Kranert, 26.07.07, 21:10h, aktualisiert 26.07.07, 21:32h
Magdeburg/MZ. Im Magdeburger Hundertwasserhaus eröffnet Freitag ein Geschäft mit der bei Rechtsextremen beliebten Marke "Thor Steinar". Die Vermietung des Ladens durch das Siedlungswerk St. Gertrud, einem Unternehmen des katholischen Bistums Magdeburg, sorgte Donnerstag in der Landeshauptstadt für heftige Proteste. Das als Grüne Zitadelle bekannte Gebäude ist das letzte Werk des jüdischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser. "Ich bin völlig schockiert. Weniger wegen des Ladens an sich, als darüber, dass die katholische Kirche sich solch' einen Mieter ins Haus holt", sagte eine Händlerin, die ihren Namen wie alle übrigen von der MZ befragten Händler nicht nennen wollte.

Andere Gewerbetreibende fühlen sich vom Siedlungswerk hintergangen: "Wir mussten unser Konzept und die Warenpalette komplett überprüfen lassen, um einen Mietvertrag zu bekommen - das scheint beim neuen Mieter nicht der Fall gewesen zu sein." Das Siedlungswerk teilte Donnerstag mit, dass beim neuen Mieter "Bonität und Liquidität sowie Warensortiment" geprüft worden seien. Weitere Anfragen wurden nicht beantwortet. Das Bistum Magdeburg reagierte empört auf den Abschluss des Mietvertrags: "Ich kann es nicht begreifen und im besten Fall nur als Unkenntnis einstufen", sagte Sprecher Thomas Lazar. Man habe das Siedlungswerk zu einer Stellungnahme aufgefordert. "Wenn sich Vorwürfe bestätigen, dass dort Kleidung für die rechtsextreme Szene verkauft wird, muss dem Ladenbetreiber gekündigt werden", so Lazar. Ähnlich äußerte sich auch die amtierende Magdeburger Oberbürgermeisterin, Beate Bröcker (SPD). Es sei für die Stadt nicht hinnehmbar, dass in einer der touristischen Besonderheiten Magdeburgs ein Geschäft einziehe, das rechtsextreme Klientel bediene.

Jürgen Schmökel, Sprecher des Verfassungsschutzes Sachsen-Anhalt, bestätigte Donnerstag erneut, dass es sich bei "Thor Steinar" um eine vor allem bei Rechten beliebte Bekleidungsmarke handele. Allerdings bestehe keine Möglichkeit, den Verkauf zu untersagen. Die Firma Mediatex, die hinter "Thor Steinar" steht, hatte nach mehreren Verbotsverfahren das alte Markenzeichen gegen ein neues ausgetauscht. Das Tragen des alten Logos wird in Sachsen-Anhalt nach wie vor verfolgt.
quelle

27.7.07 15:11

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