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mz-web.de: Strafanzeige gegen den Wachdienst

Vorfall in Merseburg: Unterlassene Hilfelassung bei Überfall auf Jugendliche

erstellt 20.07.07, 18:44h, aktualisiert 20.07.07, 20:48h
Merseburg/MZ/glo/dd. Nach einem Überfall von vermutlich Rechtsextremen auf eine Gruppe Jugendlicher im Merseburger Schlossgarten werden nun auch Vorwürfe gegen den privaten Sicherheitsdienst der Stadt laut. Einer der betroffenen Jugendlichen hat nach Angaben der mobilen Opferberatung Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gestellt. Begründung: Die Mitarbeiter des Wachsdienstes hätten nicht in die Schlägerei eingegriffen, sondern die Auseinandersetzung lediglich beobachtet. Bei dem Zwischenfall am vergangenen Freitag waren acht zumeist linksorientierte Jugendliche verletzt worden, die Täter flüchteten. Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz.

Für die Bündnisgrünen ist das Verhalten des Wachdienstes nicht hinnehmbar: "Wenn der städtische Sicherheitsdienst nur die gefühlte Sicherheit erhöhen kann, im konkreten Fall aber den Geschädigten einer Gewalttat nicht einmal durch Rufen, Ablenkung der Täter Unterstützung zukommen lässt, dann ist er überflüssig", erklärte Kreis-Grünen-Chef Sebastian Striegel. Der Vorfall in Merseburg lasse grundsätzliche Fragen am städtischen Sicherheitsdienst aufkommen, die auch Bestandteil einer Anfrage der Grünen im Merseburger Stadtrat sein werden, kündigte Striegel an.

Die Stadtverwaltung indes schlägt deutlich moderatere Töne an. "Wir gehen nicht davon aus, dass es sich um eine Straftat des Wachdienstes gehandelt hat", sagte Peter Röntsch, der zuständige Sachgebietsleiter im Ordnungsamt. Der Betriebsinspektor der Siba Bewachungsdienst Werkschutz GmbH, Bernd Schmidt, erklärte auf Nachfrage: "Wenn unsere Mitarbeiter selbst einschätzen, dass sie die Lage nicht allein beherrschen, weil sie zu zweit sind und es sich um eine Auseinandersetzung einer größeren Gruppe Jugendlicher handelt, dann sollten sie nicht selbst eingreifen und die Polizei um Unterstützung bitten." Antje Arndt von der mobilen Opferberatung kritisiert jedoch das Verhalten der Wachleute: "Man hätte den Jugendlichen helfen können, auch ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Wir sind fassungslos über den Wachdienst."

21.7.07 20:41

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